Salvador
Salvador ist nach Rio de Janeiro der vermutlich größte Anziehungspunkt für Touristen. Und das nicht ohne Grund. Die Bedeutung Salvadors für Brasilien und dessen geschichtliche Entwicklung begann 1549 mit der Ernennung Salvadors als Hauptstadt der Kolonie durch Tomé de Souza, dem ersten portugiesischen Gerneralgouverneur. Der Aufschwung wurde begleitet durch Zuckerrohr-und Tabakanbau, Lederverarbeitung sowie durch den Abbau von Edelsteinen wie Gold oder Diamanten. Salvador war ein wichtiger Umschlagplatz und Exporthafen für Waren.
Aber die Stadt an der Allerheiligenbucht war auch Importhafen für Sklaven aus Afrika. Die indiogene Bevölkerung galt für die Schwerstarbeit auf den Plantagen als untauglich. Aufgrund dessen ist die überwiegende Bevölkerung Salvadors und Bahias schwarz. Im Rest von Brasilien sind es weniger als 10 %.
Über Jahrhunderte wuchs in der Oberstadt das historische Zentrum mit den Vierteln Pelourinho, Carmo und Santo Antonio. Kennzeichnend für Pelourinho sind die unzähligen farbenfreudig restaurierten historischen Gebäude aus dem 17.-19. Jahrhundert. 1985 wurde die Altstadt Pelourinho von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Heute ist es die Mischung aus eindringlicher Authentizität und kitschiger Hoollywod-Attrappe die den Charme des Viertels ausmacht. Seinen Namen verdankt Pelourinho einer dunklen Erscheinung des Kolonialismus. Pelourinho bedeutet Pranger. Bis 1834 wurden am Largo do Pelourinho an einer Säule Sklaven ausgepeitscht. Vor allem im historischen Zentrum befinden sich eindrucksvolle Kirchen und Kathedralen. Besonders interessant ist die Karmeliterkirche in Carmo. Neben einem Deckengemälde das an die Werke Michelangelos erinnert finden sich arabische Einflüsse. Und auch ein ehemaliger Sklave, der Bildhauer Francisco das Chagas. durfte seine Werke mit einbringen. So wurde beipielsweise die Patronin der Kirche wurde von ihm geschnitzt.
Ein ausdruck für das musikalische und rebellische Salvador ist die Gruppe Olodum, die ursprünglich nur eine Karnevalsgruppe war. Die nordamerikanischen Rock- und Popstars Paul Simon und Michael Jackson verhalfen der Gruppe zu einer anerkannten und starken Kulturinstitution, die zur Verbreitung schwarzer Identität und Tradition beiträgt. Letzterer trug Gruppe Olodum und Pelourinho mit seinem Musikvideo "They don`t care about us" in die ganze Welt.
Die Ober- und Unterstadt ist durch einen Aufzug und Standseilbahnen miteinander verbunden. Durch den Höhenunterschied hat man von der Praca Tomé de Souza oder auch Praca Municipal genannt einen traumhaften Blick auf den in der Unterstadt gelegenen Hafen mit seinen schicken Restaurants, auf die Baía de Todos os Santos und auf die ihr gegenüberliegende Insel Itaparica.
Selbstverständlich hat Salvador noch mehr zu bieten: Das Viertel Itapua mit seinen Stadtstränden Praia de Stella Maris und Praia de Itapua, Museen historischer und moderner Kunst, Karneval, unzählige Strassenrestaurants, gigantische Einkaufszentren, Konzerte und den musikalischen Rhythmus der Menschen Bahias.
Nach Programmtagen in Salvador sollte man sich aber unbedingt Ruhe gönnen und zu den wunderschönen und großräumigen Stränden in Richtung Norden weiter reisen. Gerne bei mir in Sitio do Conde. Je weiter man sich von Salvador entfernt desto entspannter und echter wird das Leben.